Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg an Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg, Düsseldorf am 08.09.1696

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/7

AbschriftSchreiber

Ist immer noch krank. – Sendet Abschriften der Korrespondenz zwischen dem Marquis d’Harcourt und Tiberius (JW), worin EMT überhaupt nicht erwähnt wird; auch JW ist nicht engagiert. – Bedauert, dass man die Friedensverhandlungen in die Hände Englands und Hollands gelegt hat. Würde der Friedenskongress in Frankfurt stattfinden, könnten diese zumindest wegen der größeren Entfernung weniger rasch agieren. – Konnte in der dänischen Heiratssache erst heute wie befohlen den Kurier abschicken, weil sein Hofkanzler Wiser erst vorgestern aus Frankfurt zurückgekommen ist. – Hat im November einen eigenhändigen Brief König Jakobs (II. von England und Schottland) erhalten. Der König möchte, dass alle katholischen Kurfürsten und Fürsten ihm helfen, seinen Thron wiederzuerlangen; er seinerseits werde sich für sie für einen gloriosen Frieden einsetzen. JW hat geantwortet, man werde erst nach Rückgabe der von Frankreich annektierten Gebiete des Reichs, Lothringens und der Spanischen Niederlande zu seiner Unterstützung in der Lage sein. Hat nun ein weiteres eigenhändiges Schreiben des Königs erhalten, welches er mit der Bitte um weiteren Befehl mitschickt. – Obwohl die portugiesische Heirat nun wegen der infamen Aktion des Botschafters verzögert wird, wird sich Maximilian von Degenfeld beim Landgrafen Karl von Hessen-Rheinfels nach den Prinzessinnen erkundigen. – Bittet, die 5.000 Dukaten , die JW dem verstorbenen Bruder Ludwig Anton auf kaiserlichen Befehl für seine Spanienreise vorgeschossen hatte, nun dem Bruder Karl Philipp für die polnische Wahl und zur Wahrung seiner Interessen in Polen zu geben. – Dankt für die Anweisung eines Teils der ausstehenden Gelder für seine Truppen, bittet aber um weitere Unterstützung, um die übrigen zu erhalten. Sendet Unterlagen dazu und berichtet über die fast grobe Abweisung durch den Hofkammerrat Palm . Hat seine Infanterie für den Kaiser ruiniert und gehofft, sie diesen Sommer wieder instand setzen zu können. Wünschte, dass sein Kaiser wüsste, wie seine Leute manches treue Gemüt mit Gewalt entfremden.

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00018. septembris 960002copia 0003Allerdurchleüchtigiste großmächtigiste römische 0004Kayserin etc. 0005Zue folg meines jüngsteren gethanen vnterthänigisten praelimi- 0006nar berichts, vnd vorantwohrt auff beyde ewer kayserlichen Mayestät 0007allergnädigste hanndtbriefflein vom 11ten vnd 22ten august jüngst, 0008thue ich deroselben (ohnerachtet meiner noch habenden 0009zimblichen schmertzen wegen durch die salva venia flatus causie- 0010render extension des diaphragmatis, vnd dardurch in 0011dennen im ruckhen- vnd seiten gradt gegen überligenden 0012vnd mit dem orificio des magens sich communicie- 0013renden musculis, auch mit deselben veruhrsachenden 0014schmertzlichen convulsionen) in vnterthänigkeit nicht ver- 0015hallten, welcher gestallten der d' Harcourt in puncto 0016des heyraths mit der Mademoiselle mir vermög 0017copeylichen neben gehenden anlag geantwohrtet, 0018deme Tiberius dan gleich darauff verbschaiden, wie die 0019andere abschrifftlich hiebey kommende anlage mit mehrerem 0020außweisst, vnd habe ich mit fleiß so captiose doch0021unverfanglich dieselbe eingerichtet, vmb desto 0022ehender den grundt vnd vhrsprung dieses ganzen werckhß 0023erfahren zue können. Ich will also gäntzlich verhoffen, 0024ich werde an solchen schreiben, absonderlich dahe ich von 0025ewer kayserlichen Mayestät nicht die geringste melldung thue, auch 0026mich selbsten nichts engagiere, nicht zue vill gethan haben. 0027Waß sonsten die mit materia pacis anlanget beklage 0028ich nichts mehr, alß daß man das arbitrium pacis et0029belli und dadurch die absolutio dispositionem de0030sorte caesaris et omnium confederatorum0031nach belieben zueschaffen, Engellandt- vnd Hollandt in hännden


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0032gelassen, dahe man demselben gahr leicht durch schleinigere 0033resolutionen nicht allein vor zwey jahren, sondern noch 0034vergangen jahr hette vorkhommen können. Jezo wirdt eß schwehr 0035fallen zue änderen, welches endtlich dardurch noch einigermaßen 0036khan remediert werden, wan man den locum congressus ad tractatus 0037pacis inner Reichß- vnd absonderlich auff Franckhfurt könnte 0038fäst stellen machen, damit Hollandt vnd Engellandt so vill wei- 0039ter entlegen seye, vmb nicht so schleunig vorgreiffen zue können. 0040Daß dänisches heyrathsnegotium betreffent, 0041hette Tiberius nicht ermanglet, den gnädigst anbefohlenen 0042courrier zue dispaccieren, wan nur mein Hoffcantzler 0043Wiser hier wehre gewesen, indem aber selbiger, wie ewer kayserliche 0044Mayestät auß meinem nebengehenden vnterthänigsten cantzley be- 0045richt mit mehrerem ersehen werden, erst vorgestern frühe 0046widerumb von Franckhfurt angelanget, vnd ich diese 0047materiam sonsten kheinem menschen habe anvertrauen dörffen, 0048so hab ichß biß an heüthe auffschieben müeßen. Ich hoffe 0049aber der courrier werde in bälde wider mit gueter 0050resolution zueruckh khommen, vnd werde ich nit ermang- 0051len ewer kayserliche Mayestät mit allernechstem vnterthänigst die copias 0052deren von mir dahin abgegangenen schreiben bey zue schliessen. 0053Sonsten khan ewer kayserlichen Mayestät ich in vnterthänigkeit in 0054engestem vnterthänigsten vertrauen nicht verhallten, 0055welcher gestallten sich vergangen jahr, vngefähr in 0056novembris alhier zuegetragen, daß der König Iacob0057zu Engelandt zweiffels ohne auß dem allten ver- 0058trauen so derselbe vnd sein königliches hauß jeder- 0059zeit zue dem vnseren getragen hat, zue mir einen gewisen 0060cavallier mit nahmen Arden, so aber nur sein fal0061scher nahmen gewesen, umb desto leichter durch zue 0062khommen geschickt, welcher mir nebenst einem aigenhändig 0063hanndtbriefflein, so sich auff denselben bezogen, nechstvorher- 0064gehender


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0065gehender contestationen der großen obligationen, 0066so sein hauß dem vnseren wegen der von ihro Durchlaucht 0067vnserem vn vergleichlichem herren vattern seeligster gedächtnis 0068seinem herren bruederen erwisener guettaten zue tragete, 0069in seines Königs nahmen einständigist ersuechete, demselben 0070doch verhülfflich zuesein, daß alle catholische potenti0071ae chur vnd fürsten dahin trachteten, ihme auff seinen thron 0072absonderlich bey einem künfftigen friedenß-schluß 0073zue verhellffen, vnd sich deßwegen miteinander abson- 0074derlich zuesamben zuesetzen, dessen wollte er seines ohrts 0075alles mögliches anwenden, vmb vnß zue einem gloriosen 0076vnd reputierlichen frieden zue verhellffen. Worauff ich ge- 0077antwohrtet, daß eß mir laydt wehre, daß weder ich noch 0078die andere aniezo im standt wehren, dermahlen ihme zue 0079seinem vorhabenden intent verhülfflich sein zu können. 0080Wan er aber vnß zue dem jenigen waß Franckhreich 0081von so villen jahren hero dem Reich vnrechtfärtig abge- 0082zwackt wider plenariè nebenst Lothringen, vnd allen darzue 0083gehörigen dependentien, nichts außgenohmmen, wie nicht 0084weniger die Niderlande auff die pireneischen fueß 0085wider verhülfflich sein wurde, alßdan wurden wir im 0086standt sein, nach der handt etwas mit nutzen zue seinem 0087dienst effectuieren zue können. Ich vor mein theill 0088mögte wünschen, daß ich ihme mit meinem blueth 0089dienen könnte, so wollte ichß mit freüden thuen, er sehete 0090aber wohl selbsten, daß ich dermahlen nichts vermöge, 0091vnd wehre sein König auch zue generos, alß das er ver- 0092langen wollte, daß ich mich anjezo wegen seiner pro- 0093stituiren, bey allen alliierten inß aug stellen, mich in ge- 0094fahr setzen, daß wenig übrige vom landt- vnd leüten 0095noch zue verliehren, vnd mich dadurch auff alle weiße


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0096inutil machen, inß künfftig demselben im geringsten dienen zue können. 0097Wan er vns aber, wie obgemellt zue einem solchen frieden ver- 0098hülfflich sein wurde, alßdann könnte man, nach erhalltung 0099deßelben mit mehrerem nachtruckh auff sein begehren re- 0100flectieren, vnd er villeicht auch mit mehrerem effect 0101in seinem verlangen spuntieren. Gabe demselben 0102darauff ein gantz kurtz verfasstes recreditiv, mit dem 0103vermellden, daß wan ich dem König sonsten in etwa dienen 0104könnte, wurde ich mir eine gloire vnd absonderliche 0105freüde darauß machen. Wamit derselbe dan gantz ver- 0106gnüegt abreisete. Nun ist vor vngefähr 8 tagen wieder 0107ein jesuiter bey mir gewesen, so mir nebengehendes aigen- 0108händiges schreiben, sambt der schrifftlich hiebey gehenden 0109proposition eingehändiget, auch die selbe von wohrt, 0110zue wohrt mündtlich vorbracht. Worauff ich demselben 0111geantwohrtet, eß hette mir die vorige abschickhung des 0112von Arden nicht wenig bey meinen alliierten inß aug 0113gestellt, bette dahero, mir nicht zue verüblen, daß ich mich 0114vor dißmahl nicht weiters herauß laße, der König 0115hette an meiner devotion nicht zue zweifflen, dieses wehre 0116eine sache, die ich dermahlen nicht zueheben sehete, wollte 0117nicht ermanglen, eß ewer kayserlichen Mayestät zue zue schickhen, 0118vmb dero, vnd ihro Mayestät meines allergnädigsten Kaysers 0119vnd herren befelch darüber einzuenehmmen, vnd deme 0120nechst ihme durch hiesigen Pater Rectorem meine antwohrt 0121schreiben an den König zuezueschickhen, wohemit ich den- 0122selben dimmittiert, jedoch durch meine remonstrationes 0123dergestallten capace gemacht, daß er selbsten gantz 0124wohl erkhännt, daß dieses werckh hoc rerum statu 0125vnmöglich zueheben seye. Der jesuiter ist zwahr ein 0126gebohrner engelländer, jedannoch Procurator des


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0127collegii zue Pariß so vnterm praetext ad congregationem 0128naher Rom zuegehen auff Lüttig gangen, vnd von dannen mit 0129selbigem Pater Rectore hiehero khommen. Ich bitte ewer kayserliche Mayestät 0130vnterthänigst mir dero gnädigsten positiven befelch, waß ich 0131darauff antwohrten solle, allergnädigst zuezueschickhen. 0132Wegen deß portugesischen heurathß, weilen die infame 0133action deß Bottschaffters dieses werckh etwas in suspen- 0134so gesezet, werde ich dero ferneren gnädigsten befelch er- 0135wahrten. Vnterdeßen schreibt mir der Maximilian von Degenfeldt, 0136er wolle sich beim Landtgraffen Carl, alß mit welchem 0137derselbe gantz absonderlich- vnd vertreülich wohl bekhannt, 0138selbsten über eines- vnd anderes erkhundigen, vnd mir berichten, 0139welchem ich dann ohne weitere zeit verliehrung ewer kayserlichen 0140Mayestät vnterthänigst zueschickhen werde. 0141Wegen deß Herzogen von Sachsen bitte ich ewer kayserliche 0142Mayestät vnterthänigst die schleünige expedition vmb dessen 0143avocation zuethuen, dan eß ist einmahl recht pericu- 0144lum summum in mora, sonsten wirdt es cum summo scan- 0145dalo, vnd vnauß bleiblicher disreputation ihro Mayestät 0146meines allergnädigsten Kaysers- vnd herren vnfehlbahr 0147außschlagen, eß ist einmahl hierinnen khein zeit zue 0148verliehren, sondern eine peremptoril avocation höchst- 0149nöttig. Wegen der pohlnischen waahl sachen, 0150bitte ich ebenfahls gnädigsten verhalltungsbefelch, vnd bitte 0151ebenfahls vnterthänigst meinen armen brueder Carl die 01525.000 species ducaten, so ich dem Teutschmaister seeligen zur 0153spanischen raise auff dero gnädigsten befehl vorgeschossen, 0154dermahlen einist, damit er sein interesse in Pohln 0155nicht verabsaume, allergnädigst eheistens erlegen zuelassen,


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0156auch zue den baßelisch- vnd oppenheimbischen gelltern 0157welche ich ihme zue dem ende alle assigniert, durch dero 0158mächtigiste protection kräfftigist zue verhellffen. 0159Schließlichen allergnädigste frau, werden ewer kayserliche Mayestät mir 0160allergnädigst erlauben, daß ich deroselben, wie man mit mir 0161wegen der versprochenen bahren bezahlung der im jahr 01621695 den 11ten aprilis erfallener 150.000 gulden so dan der erster mohnat- 0163lichen 15.000 reichstaler zur subsistenz meiner trouppen, vnd herbey 0164schaffung deß nöttigen brodts, vnd fourage, nicht weniger 0165alß mit der von ihro Mayestät meinem allergnädigsten Kay- 0166ser- vnd herren an dero hoffcammer so positive befohlener 0167assignation der im jahr 1696 den 11ten aprilis abermahlen 0168verfallener 150.000 gulden ergehe, dan die übrige seindt schon 0169allergnädigst assigniert, dauor ich dan auch unterthä- 0170nigisten danckh nochmahlen erstatte, klage, vnd meine 0171zueflucht nehmme. Ewer kayserlichen Mayestät ist allergnädigst 0172bekhannt, welcher gestallten man an daheselbstigem dero 0173kayserlichen hoff mit mir, vmb meine trouppen an den oberen Rhein 0174wider marchieren, vnd operieren zuemachen, gehandlet, vnd 0175geschlossen, vnd gehet sonsten copia der derentwegen ge- 0176machter capitulation zue geschwinderer erinnerung 0177vnterthänigst hiebey. Auß welchem ewer kayserliche Mayestät allergnädigst 0178ersehen werden, wie hart man mich gehallten, ohnerachtet ich 0179wegen ruckhständiger brodt- vnd fourage am kayserlichen ma- 0180gazin beim oberen Rhein ein fast grosses zue forderen 0181gehabt, über die von dem jahr 1695 den 11ten aprilis erfalle- 0182ner 150.000 gulden vnd abermahl jetz ablauffenden 1696 am 11ten 0183aprilis ebenfahls widererfallener 150.000 gulden vnd danebenst 0184noch billich von mir wegen in vorigen 1695ten jahr im 0185felldt, vndt windter bey der postierung gelaisteter nutzlicher 0186treüer diensten, praetendierter, aber vngüetlich abgeschlagener 0187so windter, alß refraichier quartier gleichß allen übrigen


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0188alliierten trouppen (so bey weitem die dienst nicht gelaistet, 0189noch die strappazzi, alß die meine jederzeit willigist gethan, 0190außgestanden, vnwaigerlich gegeben worden) von welchem allen 0191ich gleichwohlen ihr Mayestät meinem allergnädigsten Kayser, vnd herren, 0192zue allervnterthänigsten ehren ein fast grosses mir habe decourtieren 0193vnd abziehen lassen, mit der in copia von allerhöchstgedachter ihrer 0194kayserlichen Mayestät nebengehenden allergnädigst aigenhändig gezaichneten 0195versicherung, daß man mir in allen- vnd jedem punctualle- 0196mente beyhallten wolle, dauor ich dan nochmahlen vnterthänigsten danckh 0197erstatte. Hierauff nun allergnädigste frau, habe ich gleichwolen 0198alsobaldten meine völlige cavallerie in 5 starckhen regimentern 0199vnd 25 gueter squadronen bestehendt, hinauff geschickt, vmb sonst 0200aber, wie ewer kayserliche Mayestät ab nebengehenden meines Ober Kriegs 0201Commissarii Schmahlen an mich nach vnd nach abgesenden relationen 0202allergnädigst ersehen können, weder zu der schon in majo jüngst 0203versprochener alßbaldiger pahrer bezahlung der im jahr 02041695 den 11ten aprilis erfallener 150.000 gulden noch der zue auffrichtung 0205deß nöttigen magazins an haaber- vnd brodt zue vnterhalltung 0206meiner trouppen ebenfahls anticipativè zuebezahlen 0207versprochener vnd ebenfahls wie obige im jahr 1695 erfallene, 0208vnd außtrucklich in der capitulation außbedungener 0209bahre bezahlung dieser obgenannter gellter, weder auch die auff so offt 0210widerhollter an die hoffcammer ergangener allergnädigster kayserlicher 0211decretorum, daß mir auch ohne weiteren aufenthallt die in diesem 0212lauffenden 1696ten jahr den 11ten aprilis erfallene 150.000 gulden an rich- 0213tige öhrter anweisen solle, gleich mit den andren geschehen ist, ohn- 0214erachtet alles bißhero zue gethanen vnnachlßigen solli- 0215citierens, erhallten können, sondern noch dabey absonderlich vom 0216Cammerrhatt Palm fast mit groben, vnd vngebührlichen wohrten 0217schimpfflich abgewisen worden, mit dem zuesatz, daß wan auch 0218ihro Mayestät mein allergnädigster Kayßer- vnd herr diese anwei- 0219sung der letsteren 150.000 gulden 100 mahl allergnädigst befehlen würden, 0220die hoffcammer jederzeit neüe gegen remonstrationes thuen, 0221vnd mir diese assignation jederzeit weigern würde. Vnd finden 0222sye wegen der bahrer bezahlung der 150.000 gulden vnd 15.000 reichstaler allezeit 100


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0223außflüchten, wan man ihnen schon die mittelen mit den fingeren anweiset, daß also scheinet, 0224entweder sye steiffen sich darauff, daß ewer kayserliche Mayestät sich meiner hierinfahls nicht 0225allergnädigst (so ich doch nicht hoffen will) annehmmen wollen, oder aber, sie haben im 0226sinn mich- vnd meine trouppen gantz in den grundt- vnd boden hinein zu richten, 0227vnd zue ruinieren. Lasse also ewer kayserliche Mayestät allergnädigst considerieren, 0228in waß betrüebnuß mich dießes alles sezet, absonderlich dahe ich so willigist 0229meine trouppen marchieren machen, vnd meine infanterie, bloß 0230vmb ewer kayserliche Mayestät in ihrem gegebenen impegnio nicht steckhen 0231zuelaßen, totaliter ruiniert, in hoffnung bey richtiger erhalltung 0232der versprochener bahrer zahlung, vnd richtiger assignationen 0233die mittel durch credit zue erhallten, dieselbe wider diesen sommer 0234in standt bringen zue können, nun mich aller hüllff, beystandt, pro- 0235tection, vnd mittelen entbößt, vnd annebenst mich- vnd meine so an 0236sehentliche wackhere trouppen totaliter ohne resource ruiniert sehen 0237mueß. Falle derowegen ewer kayserlichen Mayestät vnterthänigst zue füessen, 0238vndt bitte dieselbe, sye geruehen mir mit dero mächtigister pro- 0239tection in diesem frangenti allergnädigst bey zuestehen, mir respectivè 0240zue meiner richtigen, vnd schleünigister bezahlung, vnd assigna- 0241tionen mit nachtruckh zue verhellffen, vnd nicht in vngnaden zue ver- 0242merckhen, daß ich so offt meinen vnterthänigsten recursum zue dero- 0243selben nehmme, dan einmahl dieses tringet mir gahr zu tieff zue 0244herzen. Eß scheinet wohl, weilen ich nur gahr zue willig- vnd prompt 0245bin in meines Kaysers dienst, darumb werde ich mehr negligiert, 0246dieses solle mir aber vor eine wahrnung dienen, vnd werde mich hin 0247füro besser vorsehen, ehe ich meine leüthe anruckhen lassen werde. 0248Ach! wüsste nur mein Kayser, wie seine leüthe mit ihme vmbgehen, 0249vnd wie manches treües gemüeth sie durch ihre strappazzi 0250demselben mit gewallt entfrembdten vnd dannoch meinem 0251Kayßer weder gellt, noch nichts damit prosperieren, sondern 0252vnersetzlichen schaden zuefüegen, sye würdens gewiß nicht leiden. 0253Ewer kayserliche Mayestät verzeihen mir gnädigst daß ich so offenherzig- 0254vnd frey schreibe, mein hertz laufft mir über, vnd ist der 0255eiffer- vnd treüe, mit welichem ich meinem allergnädigsten 0256Kayßer jederzeit- vnd biß in meinem letsten athem ohne 0257vnterlaß dienen werde, dessen ein vhrsach, lege mich also nochmahlen 0258zu dero füessen, bitte vmb deroselben kräfftigiste protection, 0259vnd thue in vn veränderlicher devotion leben- vnd sterben. Düsseldorff 0260den 8ten septembris 1696. 0261An ihro Mayestät die Kayserin 0262von 0263ihrer churfürstlichen Durchlaucht zu Pfalz aigenhändig also abgangen.